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„Ich mache weiter – vielleicht auch bis Rio 2016!“

Es hat nicht sollen sein! Dennoch ein halbwegs verträglicher Abschluss der XXX. Olympischen Spiele in London. Er hatte sich so sehr über das nachträgliches Ticket für seinen Einzelstart gefreut. Schon fast wie ein Geschenk kam es dem 27-jährigen Sögeler vor, die Chance zu erhalten, sich schließlich doch noch auf der Königsdisziplin des Schwimmsports seinen Traum erfüllen zu können. Alles kam anders! Er wurde bei Olympia zum absolut mannschaftsdienlichen Staffelschwimmer und zum Retter des Lagenquartetts. Die Show über 100 m Freistil fiel wegen vier Hundertstel buchstäblich ins Wasser!

„Morgenstund“ hatte am letzten Julitag im olympischen „Aquatic Centre“ kein „Gold“ im Mund. Überhaupt nicht. Im Gegenteil. Der emsländische Sportbotschafter wollte viel und schaffte einem Déjà-vu-Erlebnis „folgend“ wie vor Jahresfrist im Vorlauf der WM in Shanghai um einen Wimpernschlag den Sprung auf die „Semifinalbrücke“ ins so gewollte, absolut größte Finale des Schwimmsports hauchdünn wieder nicht. „Genaue Ursachenforschung steht noch aus! Warum geht’s in der Staffel recht gut und im Einzel nicht?“, will der für die SG Frankfurt startende, frisch gebackene hessische Kommissar ergründen, der über 4 x 100 m Freistil zwei Tage zuvor noch im Staffelfinale gestanden und unerwartet den hervorragenden 6. Platz errungen hatte.

Nach ein paar Nächten drüber schlafen und einem noch einigermaßen befriedigendem Abschluss als Retter der Lagenstaffel am Freitag (schwamm die Staffel von Rang 7 auf 3 im Vorlauf) schmiedet di Carli wieder Pläne. „Und dass ist gut so!“, meinte auch Mutter Inge vor Ort. Auf jeden Fall hat der rothaarige Modellathlet vom Hümmling vor, einiges zu ändern. Er strotzt vor Plänen. Auch für sein unmittelbares Trainingsumfeld. „Es müssen Reize gesetzt werden! Es müssen immer Gegner da sein, mit denen man sich täglich im täglichen Training messen kann - die einen fordern!“ Schade, dass sein Frankfurter Coach nach London nicht mit durfte. Aber mit ihm will er sich nach Rückkehr intensiv zusammensetzen, um seine Pläne zu diskutieren.

Vielleicht hat sein Abschneiden auch was Gutes? Marco: „Wir haben alle Fehler gemacht! Die gilt es zu ergründen! Meine Weichenstellung ist klar. Ich schwimme weiter. Nächstes Jahr die WM in Barcelona. Dann 2014 die EM im eigenen Land in Berlin. Und dann müssen wir mal sehen. Ich kann mir aber durchaus vorstellen, dann mit 31 Jahren zu versuchen, 2016 in Brasilien an den Start zu gehen!“. Er ist voll motiviert und will nach seinem wohlverdientem Urlaub wieder in noch gezielteres Training einsteigen. Auch will er sich vielleicht in anderen Stilarten versuchen - insbesondere 200 m Lagen und im Herbst hochmotiviert das Programm des FINA Worldcups angehen.   

Sehr emotional und total glücklich: Die olympische 4 x 100 m Lagenstaffel nach ihrem Vorlauf, wo sie durch Marco als schlussschwimmenden Krauler vom siebten auf den dritten Platz nach vorne gekämpft wurde und damit insgesammt als Sechste ins Finale von London einzogen (v.l. Helge Meeuw, Marco di Carli, Steffen Deibler, Christian vom Lehn).

 

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